Wenn du in deinem Garten über ein seltsames, fremdartig aussehendes Insekt gestolpert bist – mit vorgewölbten Augen, verschränkten Unterarmen und einem langsamen, schwenkenden Kopf – bist du nicht allein.
Viele Gärtnerinnen und Gärtner sind erschrocken, bevor sie das erste Mal eine Gottesanbeterin entdecken.
Mit ihren schlaksigen Gliedmaßen und den unheimlichen, dreieckigen Gesichtern können diese Insekten wie etwas aus einem Science-Fiction-Film aussehen. Aber bevor du sie vor lauter Angst wegschnippst oder zerquetschst, solltest du Folgendes wissen.Anzeige
1. Was ist das für ein Ding? Es ist eine Gottesanbeterin
Das „gruselige“ Wesen, das du gesehen hast, ist mit ziemlicher Sicherheit ein Mitglied der Mantidae-Familie – auch bekannt als Gottesanbeterinnen. Der Name kommt daher, wie sie ihre Vorderbeine in einer Haltung hält, die an ein Gebet erinnert. Aber lass dich von dem frommen Aussehen nicht täuschen – diese Beine sind in Wirklichkeit stachelige Waffen, mit denen sie ihre Beute blitzschnell packen.
Je nach Art und Umgebung variieren sie in Größe, Farbe und Form. Manche sind grün oder braun, um sich ins Laub zu integrieren, andere sehen aus wie trockene Zweige, Blumen oder sogar Blätter. Ihre unheimliche Fähigkeit, den Kopf um fast 180 Grad zu drehen, und ihre großen, zusammengesetzten Augen tragen zu ihrer unheimlichen Mystik bei.
2. Sind sie gefährlich für den Menschen? Nicht einmal ein bisschen
Trotz ihres furchteinflößenden Aussehens und ihres räuberischen Verhaltens sind Gottesanbeterinnen nicht gefährlich für den Menschen. Sie stechen nicht, beißen nicht (es sei denn, sie werden provoziert) und übertragen auch keine Krankheiten. Vielmehr sind sie von Natur aus scheu und gehen dir lieber aus dem Weg.
Wenn eine auf deinem Arm landet, kann sie dich kitzeln – aber das ist über die Maßen bedrohlich. Ihr Hauptziel sind kleinere, schädlingsähnliche Kreaturen… und da kommt der wahre Wert ins Spiel.
3. Sie sind der natürliche Schädlingsbekämpfer in deinem Garten
Gottesanbeterinnen sind Fleischfresser – und zwar gefräßige. Sie ernähren sich von Blattläusen, Heuschrecken, Käfern, Fliegen, Grillen, Motten und sogar Wespen. So gesehen sind sie eine echte Alternative zu Pestiziden. Sie müssen nicht wieder ausgebracht werden. Sie verunreinigen deinen Boden nicht. Und sie verlangen keine Gebühren für ihre Dienste.
Betrachte sie als kleine Killer, die sich an die Schädlinge heranpirschen, die du loswerden willst. Wenn du jemals mit Kohlwürmern, Stinkwanzen oder Heuschrecken zu kämpfen hattest, könnte eine Gottesanbeterin einer deiner besten stillen Verbündeten sein.
4. Aber… Sie sind nicht gerade wählerisch
Der Haken an der Sache: Gottesanbeterinnen unterscheiden nicht zwischen „schlechten“ und „guten“ Wanzen. Sie fressen zwar gerne Blattläuse, aber sie können auch Schmetterlinge, Bienen oder sogar andere Gottesanbeterinnen verspeisen. Sie sind opportunistische Räuber. Wenn sich etwas bewegt und in ihre Reichweite passt, werden sie es erbeuten.
Wenn du also aktiv versuchst, Bestäuber anzulocken oder einen Lebensraum für bestimmte Nützlinge zu schaffen, könnten ein oder zwei Gottesanbeterinnen ein wenig stören. Aber im Großen und Ganzen bewirken sie mehr Gutes als Schlechtes für das Ökosystem deines Gartens.
5. Was ist, wenn du eine Mantis-Eierhülle (Ootheca) findest?
Wenn du im Herbst oder Winter einen schaumigen, hellbraunen Klumpen an einem Ast oder einer Wand findest, handelt es sich um ein Gottesanbeterinnen-Ei, eine sogenannte Oothek. In jeder Oothek können 100 bis 400 winzige Gottesanbeterinnen schlummern, die im Frühjahr schlüpfen.
Solltest du sie loswerden? Definitiv nicht. Wenn du dich für ökologischen Gartenbau interessierst, sind diese kleinen Kapseln eine Goldmine. Du kannst sogar den Zweig, an dem sie gebunden sind, abschneiden und sie in einen anderen Teil des Gartens umsiedeln, wenn du dir wegen der Überbevölkerung in der Nähe deines Hauses Sorgen machst.
6. Wann man sie allein lässt (und wann man eingreift)
Meist ist die Antwort einfach: Lass sie allein. Gottesanbeterinnen sind Teil eines gesunden, biodiversen Gartens. Sie bauen keine Nester, schwärmen nicht aus und sind nicht territorial oder invasiv, wie es Wespen oder Ameisen sein können.
Es sei denn, du findest eine große Anzahl von Gottesanbeterinnen in der Nähe eines Schmetterlingsgeheges oder eines Bestäuberbeetes und hast das Gefühl, dass sie mehr schaden als nützen, dann kannst du sie vorsichtig mit einem Blatt oder einem Stock umquartieren. Besprühe oder töte sie aber nicht – dafür sind sie viel zu nützlich.
7. Letztlich das Fazit: Behalte sie! Es ist nicht unheimlich, es ist ein Gartenheld
Ja, sie sehen komisch aus. Ja, sie bewegen sich auf beunruhigende Weise. Und ja, sie sind absolute Raubtiere. Aber Gottesanbeterinnen sind eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Natur, wenn es um Schädlingsbekämpfung geht. Sie sind pflegeleichte und wirkungsvolle Verbündete für die Gesundheit deines Gartens.
Wenn du also das nächste Mal ein unheimliches Tier mit gefalteten Händen und neugierigen Augen siehst? Zieh den Hut. Du hast einen erstklassigen Beschützer an deiner Seite.Anzeige
TL;DR:
Du hast eine Gottesanbeterin in deinem Garten gefunden? Kein Grund zur Panik – behalte sie! Es ist nicht gruselig, es ist wichtig. Diese seltsam aussehenden Insekten sind natürliche Schädlingsbekämpfer, harmlos für den Menschen und Zeichen eines florierenden Ökosystems im Garten.
