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Oppositionelles Trotzverhalten: 7 Wege, wie du ein trotziges Kind sicher erziehst

Oppositionelles Trotzverhalten: 7 Wege, wie du ein trotziges Kind sicher erziehst

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Oppositionelles Trotzverhalten (Oppositional Defiant Disorder, ODD) ist ein psychischer Zustand und eine Verhaltensstörung, die meist bei Kindern beobachtet wird. Kinder mit dieser Störung neigen dazu, gegenüber Autoritätspersonen wie Eltern und Lehrern aggressiv, trotzig, widerspenstig und stur zu sein. Schauen wir uns ODD genauer an und wie du besser damit umgehen kannst.

Kinder und Trotzverhalten

Dass Kinder sich manchmal daneben benehmen, ist ziemlich normal. Sie werden oft trotzig oder bockig, wenn sie verärgert, hungrig oder müde sind. Sie können sich zu Hause oder sogar in der Schule daneben benehmen und Eltern und Lehrern nicht gehorchen. Solche Verhaltensweisen werden oft als normale Stufe der Entwicklung in der frühen Kindheit und Jugend angesehen. Wenn ein solches trotziges und feindseliges Verhalten jedoch häufig, konsequent und offen auftritt, kann es sich zu einer oppositionellen Trotzstörung (ODD) entwickeln. Ein solches Verhalten kann sich nicht nur auf die gesunde Entwicklung des Kindes auswirken, sondern auch auf seine Familie, Lehrer/innen, andere Kinder und Autoritätspersonen. Ein solches Verhalten kann sogar das Lernen und die Ausbildung des Kindes behindern.

Kinder mit oppositionellem Verhalten zeigen extreme Verhaltensweisen, die bei anderen, normalen Kindern nicht zu beobachten sind. Diese Verhaltensmuster sind in der Regel gut etabliert, beständig, schwerwiegend und lang anhaltend. Sie zeigen ein wiederholtes Muster von Feindseligkeit, Reizbarkeit, Rachsucht, Wut, Feindseligkeit und Streitlust. Für dich als Elternteil wird es immer schwieriger, mit deinem Kind oder Teenager umzugehen. Ihr Verhalten ist nicht nur stressig für dich, sondern macht dich auch überfordert. Da diese Kinder scheinbar nur darauf aus sind, Chaos zu stiften und anderen nicht zu gehorchen, fühlst du dich oft frustriert, erschöpft, genervt und verloren.

Was genau ist die Oppositionelle Trotzstörung (ODD)?

ODD ist eine psychologische und verhaltensbezogene Störung, die mit Reizbarkeit, wütender Stimmung, trotzigem, aggressivem, streitsüchtigem und rachsüchtigem Verhalten gegenüber Autoritätspersonen einhergeht. „Die Oppositionelle Trotzstörung (ODD) ist eine Art von Verhaltensstörung in der Kindheit, bei der es vor allem um Probleme mit der Selbstkontrolle von Gefühlen und Verhaltensweisen geht“, erklärt eine aktuelle Studie. Im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th Edition (DSM-5) der American Psychiatric Association wird sie als „Störung der Impulskontrolle und des Verhaltens“ eingestuft. Das Verhalten des Kindes richtet sich in der Regel gegen Betreuer/innen, Eltern, Verwandte, Lehrer/innen, Trainer/innen, Gleichaltrige und andere Personen mit Autorität. Die Störung kann sich nicht nur negativ auf familiäre Interaktionen und Beziehungen auswirken, sondern auch die alltäglichen Aktivitäten des Kindes zu Hause, in der Schule oder im sozialen Umfeld behindern. Kinder mit ODD sind jedoch nicht aggressiv gegenüber Menschen im Allgemeinen, sind nicht hinterlistig, verletzen keine Tiere und beschädigen kein Eigentum.

Laut einer Studie liegt die Lebenszeitprävalenz der Erkrankung bei Erwachsenen bei 10,2 %, bei Frauen bei 9,2 % und bei Männern bei 11,2 %. Obwohl es kein bestimmtes Alter für den Ausbruch der Störung gibt, zeigen die meisten Kinder im Alter zwischen 6 und 8 Jahren die ersten Anzeichen dafür. Untersuchungen haben ergeben, dass Jungen ein höheres Risiko haben, anhaltende ODD-Symptome zu entwickeln als Mädchen. Die Forscher haben jedoch keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede festgestellt. Obwohl sich die Störung bei etwa der Hälfte der Patienten nach drei Jahren wieder zurückbildet, können einige Patienten schließlich eine Verhaltensstörung (CD) entwickeln, die durch gewalttätiges und feindseliges Verhalten gekennzeichnet ist. Es wird auch angenommen, dass die Entwicklung einer oppositionellen Trotzstörung von einer Reihe komplexer Faktoren und deren Wechselwirkungen beeinflusst werden kann, z. B. von genetischen, umweltbedingten und psychosozialen Faktoren. Tatsächlich haben Forscher herausgefunden, dass die geschätzte Erblichkeit von ODD bei über 50% liegt.

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Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 handelt es sich bei ODD um eine störende Verhaltensstörung, die in der Regel etwa 6 Monate andauert. „Kinder und Jugendliche mit ODD können Schwierigkeiten haben, ihr Temperament zu kontrollieren und sind anderen gegenüber oft ungehorsam und trotzig“, heißt es in der Studie weiter. Wenn die Störung unbehandelt bleibt, kann sie zu anderen komorbiden Erkrankungen führen, wie z. B.

  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Verhaltensstörung
  • Lernschwierigkeiten
  • Stimmungsstörungen, wie Angstzustände und Depressionen
  • Substanzkonsumstörungen
  • Soziale und emotionale Probleme im Erwachsenenalter
  • Suizidale Tendenzen

In der Studie aus dem Jahr 2016 heißt es: „Erwachsene und Jugendliche mit einer Vorgeschichte von ODD haben eine mehr als 90-prozentige Chance, dass bei ihnen im Laufe ihres Lebens eine andere psychische Erkrankung diagnostiziert wird.“ Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung mit Verhaltenstherapie und Medikamenten kann einem Kind helfen, die schweren Symptome zu überwinden und ein gesünderes Leben zu führen.

Symptome der Oppositionellen Trotzstörung (Oppositional Defiant Disorder)

Die Forschung zeigt, dass die Symptome der oppositionellen Trotzhaltung das Risiko erhöhen, andere schwere psychische Krankheiten und Folgen zu entwickeln, vor allem in der späten Adoleszenz. Hier sind einige der häufigsten Symptome von ODD, auf die du bei deinem ungehorsamen und trotzigen Kind, Jugendlichen oder Teenager achten musst:

  1. Ständiges trotziges Verhalten oder Ablehnung von Erwachsenen
  2. Starke Abneigung gegen Autoritätspersonen
  3. Streitet immer wieder mit Eltern und anderen Erwachsenen
  4. Rachsüchtig und boshaft
  5. Verärgert oder benimmt sich absichtlich daneben
  6. Ständig widersetzt es sich Regeln und Aufforderungen von Erwachsenen oder stellt Regeln in Frage
  7. Häufige Wutanfälle
  8. Neigt dazu, sehr streitlustig zu sein
  9. Übermäßiger Zorn und leichte Verärgerung
  10. Nachtragendes und rachsüchtiges Verhalten gegenüber Erwachsenen
  11. Schiebt die Schuld für seine eigenen Fehler auf andere
  12. Reizbar und leicht verärgert über Erwachsene oder Autoritätspersonen
  13. Rebellisches Verhalten
  14. Neigt dazu, sehr unhöflich oder gemein zu sein und hat eine schlechte oder negative Einstellung gegenüber anderen
  15. reagiert sehr defensiv auf Feedback oder positive Kritik
  16. Fühlt sich missverstanden
  17. Beleidigt andere immer wieder mit Schimpfwörtern oder obszöner Sprache

Abgesehen davon kann ein Kind mit oppositionellem Trotzverhalten auch sehr manipulativ sein, sehr frustriert sein und Anzeichen dafür zeigen, dass es gestresst ist, Angstzustände hat und depressiv ist.

Behandlung der Oppositionellen Trotzstörung

Wenn du die oben genannten Symptome bei deinem Kind über einen Zeitraum von 6 Monaten feststellen kannst, ist es wahrscheinlich, dass es an ODD leidet. Deshalb solltest du dir unbedingt professionelle Hilfe suchen und den Kinderarzt, den Hausarzt, den Kinderpsychiater oder den Kinderpsychologen über das störende Verhalten deines Kindes befragen. Ein frühzeitiges Eingreifen ist wichtig, da Jugendliche und Erwachsene mit ODD unbehandelt Depressionen, Drogenmissbrauch und Selbstmordgedanken entwickeln können. Die Behandlung hängt in der Regel vom Alter des Patienten/der Patientin, dem Schweregrad der Symptome, der Komorbidität und dem Gesundheitszustand ab. Für eine wirksame Behandlung kann ein Arzt oder Therapeut Folgendes empfehlen

  1. Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)
  2. Elternmanagement-Training (PMT)
  3. Familientherapie
  4. Gruppentherapie mit Gleichaltrigen
  5. Medikamente
  6. Eltern-Kind-Interaktionstherapie (PCIT)
  7. Fähigkeiten zur Wutbewältigung
  8. Problemlösungsfähigkeiten
  9. Impulskontrolle
  10. Kommunikationsfähigkeiten

Medikamente werden in der Regel nicht zur Behandlung von ODD verschrieben, aber bestimmte Medikamente können dir helfen, die Symptome zu lindern, die mit anderen Störungen wie Angstzuständen, Depressionen, ADHS usw. zusammenhängen. Eine wirksame medizinische Behandlung zusammen mit positiven Erziehungstechniken kann dir sehr dabei helfen, das Verhalten deines Kindes oder Teenagers zu verbessern und eine Verschlimmerung der Symptome zu verhindern.

Wie man mit oppositionellem Trotzverhalten umgeht

Abgesehen von medizinischer Hilfe gibt es einige nützliche Erziehungsstrategien und -techniken, die dir helfen können, die Symptome in den Griff zu bekommen und langfristig eine Besserung herbeizuführen.

1. Befolge die Anweisungen des Arztes

Sorge dafür, dass dein Kind die richtige Behandlung erhält, an Therapiesitzungen teilnimmt und Medikamente wie vorgeschrieben einnimmt, damit die Symptome von ODD und komorbiden Erkrankungen unter Kontrolle gebracht werden können. Außerdem solltest du noch alle Termine mit der zugelassenen psychiatrischen Fachkraft machen, um die Behandlung zu priorisieren. Du solltest bei Bedarf aktiv an der Familientherapie teilnehmen.

2. Sei ruhig und gelassen in deinen Reaktionen

Bleibe ruhig, wenn du mit einem trotzigen Kind kommunizierst, denn Kinder mit ODD erwarten oft, dass sie ihre Eltern in hitzige Auseinandersetzungen verwickeln. Reagiere nicht negativ und erkläre mit wenigen Worten, was genau du als Elternteil oder Lehrkraft von deinem Kind erwartest. Wenn sie sich weiter streiten, ziehe dich aus dem Gespräch zurück. Wenn du dich länger auf das Gespräch einlässt, als du solltest, überträgst du die Kontrolle auf dein Kind.

3. Schaffe eine feste Struktur

Es ist wichtig, dass du zu Hause ein geordnetes Umfeld mit klaren Regeln und Prioritäten schaffst. Lege klare Regeln und Grenzen fest, über die nicht mit dir verhandelt werden kann. Achte aber darauf, dass du nicht eine lange Liste von Regeln aufstellst, die für dein Kind keinen Sinn ergeben. Die Regeln und Grenzen sollten darauf ausgerichtet sein, das Verhalten deines Kindes zu verbessern und es nicht zu bestrafen. Sorge also dafür, dass die Regeln praktisch und realistisch sind. Außerdem musst du vorher festlegen, welche Konsequenzen es hat, wenn die Regeln nicht eingehalten werden. Wenn dein Kind gegen eine Regel verstößt und mit den Konsequenzen konfrontiert wird, halte dich nicht damit auf. Mach weiter und hilf deinem Kind, weiterzumachen. Das Ziel ist es, ihnen zu helfen, zu lernen, nicht sie zu bestrafen.

4. Sorge dafür, dass dein Kind gut versorgt ist

Du solltest auch dafür sorgen, dass dein Kind gut ernährt wird und gut schläft. Achte darauf, dass es sich strikt an die Schlafenszeiten hält und jede Nacht mindestens 7-8 Stunden schläft, nahrhaftes und gesundes Essen zu sich nimmt, keine Mahlzeiten auslässt und keine Lebensmittel verschwendet. Eine organisierte, gesunde Lebensart kann einem Kind mit oppositioneller Trotzhaltung sehr helfen.

5. Nutze positive Verstärkung

Verstärkung kann sich bei der oppositionellen Trotzstörung von Kindern zweifellos als sehr nützlich erweisen. Obwohl sowohl negative als auch positive Verstärkung bei der Verhaltensänderung helfen können, ist positive Verstärkung hilfreicher. Deshalb müssen Eltern bei einem ODD-Kind mehr auf positive als auf negative Verstärkung setzen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2021 bedeutet positive Verstärkung, das Verhalten einer Person durch Belohnungen zu fördern oder zu verändern. Wenn dein Kind Spaß an bestimmten Aktivitäten oder Geschenken hat, kannst du es mit solchen Belohnungen zu gewünschten Verhaltensweisen ermutigen. Sie können das Kind sogar dazu motivieren, das Verhalten fortzusetzen. Die Studie fügt hinzu: „Positive Verstärkung wirkt viel besser und schneller als Bestrafung.“

6. Biete Optionen und Wahlmöglichkeiten

Trotzige Kinder sind gerne Herr der Lage und lehnen Autoritätspersonen ab. Wenn ein Elternteil, eine Betreuungsperson oder eine Lehrkraft ihnen Wahlmöglichkeiten bietet, haben sie die Illusion von Kontrolle, was ihnen helfen kann, ihr negatives Verhalten und ihre Einstellung zu verbessern. Achte aber darauf, dass du ihnen nur eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten zur Entscheidung anbietest. In der Regel helfen dir 2 oder 3 Wahlmöglichkeiten, die besten Entscheidungen zu treffen und ein Gefühl der Kontrolle zu bekommen.

7. Vermeide negative Reaktionen

Vermeide Strategien, die das Verhalten deines Kindes durch Beschimpfungen, Kritik oder körperliche Bestrafungen verbessern. Gewalt anzuwenden, um sie dazu zu bringen, die Hausregeln oder deine Anweisungen zu befolgen, kann sich negativ auf ihre geistige und emotionale Gesundheit im Erwachsenenalter auswirken. In einer Studie aus dem Jahr 2004 heißt es: „Wirksame Disziplin führt nicht zu Scham, negativen Schuldgefühlen, einem Gefühl des Verlassenseins oder einem Vertrauensverlust. Stattdessen schafft sie ein größeres Vertrauen zwischen dem Kind und den Eltern.“

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Abgesehen davon gibt es noch einige andere Erziehungstechniken, die dir helfen können, mit einem Kind umzugehen, das an einer oppositionellen Trotzstörung leidet

  • Halte dich von Machtproblemen fern
  • Sei konsequent in deinem Verhalten, deinen Erwartungen und Regeln
  • Schaffe einen sicheren und ruhigen Raum in deinem Zuhause
  • Mache Interaktionen positiv und unbeschwert
  • Mache dein Kind für seine Handlungen verantwortlich
  • Nimm mehr Auszeiten und Pausen
  • Habt Geduld und erwartet keine überstürzten Fortschritte
  • Verbringe viel Zeit miteinander
  • Richte einen festen Tagesablauf ein und halte ihn ein
  • Lobe und würdige positive Verhaltensweisen deines Kindes
  • Setze vorhersehbare und praktische Übungen zur Erziehung ein.
  • Lebe positive Verhaltensweisen und Interaktionen vor
  • Reduziere situative und umweltbedingte Auslöser
  • Lerne Techniken zur Verhaltensänderung und wende sie an
  • Baue Vertrauen mit dem Kind und anderen Familienmitgliedern, Lehrern, Mentoren, Trainern usw. auf
  • Praktische Übungen zur Selbstliebe und Selbstfürsorge
  • Praktiziere Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken, wie Tiefenatmung, Yoga und regelmäßige Bewegung
  • Unterstützung suchen, falls nötig

Überwindung der oppositionellen Trotzstörung

Kinder mit ODD reagieren normalerweise gut auf positive Erziehungsstrategien. Es ist aber auch wichtig, dass du dir medizinische Unterstützung suchst und einen Arzt oder eine Ärztin konsultierst, damit ODD und andere psychiatrische Störungen frühzeitig behandelt werden können. Zu beachten ist auch, dass Kinder mit schweren ODD-Symptomen ein höheres Risiko haben, eine schwierigere Verhaltensstörung zu entwickeln, die als Verhaltensstörung bekannt ist.

Unabhängig davon können das Erkennen der Symptome, die Inanspruchnahme einer Behandlung und die Anwendung präventiver und positiver Erziehungsstrategien dir helfen, die Episoden zu reduzieren und die Symptome langfristig zu verbessern.

 

Autor

  • Ich bin Künstler und Schriftsteller und arbeite derzeit an meinem ersten Roman. Ich bin auch ein begeisterter Blogger, mit großem Interesse an Spiritualität, Astrologie und Selbstentwicklung.

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